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DRK Oelde startet Erste-Hilfe-Kampagne

Bild 1: Am 19. März 2025 fiel im Haus des DRK-Ortsvereins Oelde der Startschuss für eine Erste-Hilfe-Kampagne. Sie wendet sich unter dem Namen DRK Notfall Update künftig an Oelder Gruppen, Vereine, Institutionen, Schulen oder auch Kindergärten. Den Anfang machten 25 Letter Motorrad-Freundinnen und -Freunde, die den richtigen Umgang mit Verletzten erlernten. Das Bild zeigt sie im Hintergrund sowie vorne von links: Klaus Wenker, Reinhold Rose und Michael Brinkhaus von den Motorradfreunden Lette sowie Oeldes DRK-Vereinsvorsitzende Melanie Westerbeck und die Sanitäts- und Erste-Hilfe-Trainerin Verena Bittner. Foto: Joachim Polzin (DRK Oelde)
Bild 2: Erste-Hilfe-Trainerin Verena Bittner (rechts) und Oeldes DRK-Ortsvereinsvorsitzende Melanie Westerbeck demonstrieren, wie einem Verletzten der Motorradhelm sicher abgenommen werden kann. Foto: Joachim Polzin (DRK Oelde)
Bild 3: Nach Theorie und Demonstrationen in Erster Hilfe mussten die teilnehmenden Bikerinnen und Biker der Motorradfreunde Lette selbst ran und üben – hier bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Demo-Puppe. Foto: Joachim Polzin (DRK Oelde)

Oelde. Am 19. März fiel im DRK-Haus des Oelder Ortsvereins der Start-schuss für die Erste-Hilfe-Kampagne „DRK Notfall Update“. Bei der Premierenveranstaltung waren 25 Bikerinnen und Biker der Motorradfreunde Lette zu Gast. In gut zwei Stunden lernten sie in Theorie und praktischen Übungen, wie sie bei Motorrad-Unfällen bestmöglich helfen können, bis professionelle Rettungskräfte eintreffen. Künftig will der DRK-Ortsverein Oelder Gruppen, Vereinen, Institutionen, Schulen, Kindergärten, Firmen Kompaktkurse in Erster Hilfe anbieten.

Verena Bittner, erfahrene Sanitäts- und Erste-Hilfe-Ausbilderin, leitete den Kurs. Melanie Westerbeck, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Oelde, begleitete sie fachkundig. Mit großer Sachkenntnis, aber auch Witz und Humor, führte Verena Bittner die Teilnehmenden durch das Programm. Was mache ich bei einem Motorrad-Unfall? Wie sichere ich die Unfallstelle ab? Wie stabilisiere ich das Unfallopfer durch eine Seitenlage? Wie nehme ich den Motorradhelm ab, um Ersticken oder Erbrechen zu verhindern? Wie führe ich eine Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Herzstillstand durch?
Verena Bittner, im Hauptberuf Schwimmmeisterin im Hallen- und Freibad in Verl, ist seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der DLRG Verl, beim DRK in Oelde und als mobile Retterin im Kreis Gütersloh im Einsatz. Sie weiß, was im Ernstfall zu tun ist und demonstrierte zunächst an einer Puppe, dann an Freiwilligen aus der Gruppe, worauf es ankommt. Vor allem aber überzeugte sie die Teilnehmenden, die natürlichen Ängste beim Umgang mit Unfallopfern zu überwinden: „Sie können nichts falsch machen, wenn sie die wenigen Grundkenntnisse, die zum Helfen notwendig sind, praktisch umsetzen. Viel schlimmer ist es, aus Angst nichts zu tun. Und: Bleiben Sie nah beim Verletzten, sprechen Sie, beruhigen Sie und reagieren Sie rasch bei Ohnmacht oder Herzstillstand.“

Den Hobby-Bikerinnen und -Bikern gab sie außerdem nützliche Tipps. So gebe es preisgünstige Stoffüberzüge mit einem fluoreszierendem Warndrei-eck-Zeichen, die über Motorradhelme gezogen die Unfallstelle rasch absi-chern. Sie empfahl dringend, gummierte Einmal-Handschuhe bei der Ersten Hilfe zu tragen und ein Einmal-Beatmungstuch bei Wiederbelebungsmaßnah-men bei sich zu führen – Letztere gebe es im Fachhandel oder auch beim DRK. Die Einmalhandschuhe ließen sich prima in den wasserdichten gelben Plastik-Kapseln der bekannten Überraschungs-Eier lagern und mitführen.

Nach den Demonstrationen hatten die Teilnehmenden an drei Stationen ausreichend Zeit, das theoretisch Erlernte selber praktisch zu üben. Dafür hatten alle ihre Motorradhelme mitgebracht. Und die erfahrenen Motorrad-Fans waren mit Ehrgeiz, großem Einsatz, aber auch Spaß bei der Sache.

In der abschließenden Kursbesprechung zeigten sich alle begeistert von dem kurzweiligen Kurs und den Erkenntnissen, die sie nun nach Hause und auf ihre kommenden Motorrad-Touren mitnehmen werden. Viele betonten, dass sie mitunter seit Jahrzehnten nicht mehr an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen hätten. Alle fünf Jahre sollten solche Kurse Pflicht sein, vor allem für Auto- und Motorradfahrer, meinten andere. „Und wenn ich mit meinen  Motorrad-Freundinnen und -Freunden demnächst wieder unterwegs bin, dann fahre ich mit dem guten Gefühl, dass mir mehrere von ihnen bei einem Sturz oder Unfall schnell und gut helfen können“, sagte ein Teilnehmer.

Seit 21 Jahren gibt es die Motorradfreunde Lette, die kein eingetragener Verein sind, aber ein Zusammenschluss von mehr als80 engagierten Bikerinnen und Bikern. Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich über mehrere Gemeinden in den Kreisen Warendorf und Gütersloh. Sie treffen sich regelmäßig, unternehmen in unterschiedlichen Gruppen Tages- oder auch Mehrtages-Touren, und pflegen in den nicht aktiven Fahrmonaten Oktober- bis März einen Stammtisch. Ein siebenköpfiges Touren-Team unter der Leitung von Michael Brinkhaus koordiniert die Aktivitäten. Wer mehr wissen will, erfährt alles im Internet-Blog „Motorradfreunde Lette“.

 „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserer nun begonnenen Erste-Hilfe-Kampagne viele Zielgruppen im Raum Oelde erreichen können. Die Kurse werden auf die Bedürfnisse der Gruppen abgestimmt, sind mit zwei bis drei Stunden an Abenden kompakt und auch für Berufstätige gut geeignet“, sagte Oeldes DRK-Vereinsvorsitzende Melanie Westerbeck. Wer Interesse hat, eine Gruppe von 10 bis zu 25 Teilnehmenden in Erster Hilfe „updaten“ zu lassen, wendet sich an: DRK-Ortsverein Oelde, E-Mail: info(at)drk-oelde(dot)de.

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